Gesund am Start – Babys

PRAXISTIPPS FÜR ELTERN

Gesund am Start

Unsere Tipps zur richtigen Zahnpflege für Ihr Baby.

Von Wolfgang Ruber

Welche Pflege brauchen eigentlich Milchzähne? Und was gibt es bei Babys zu beachten, die noch gar keine Zähne haben? Fest steht: Karies ist nach wie vor die am meisten verbreitete Kinderkrankheit. Im folgenden einige Hinweise und Tipps, was Sie für gesunde Zähne Ihres Babys tun können.

Solange Babys noch keine andere Nahrung zu sich nehmen als Muttermilch, ist die tägliche Zahnpflege noch nicht notwendig. Denn Muttermilch trägt aktiv dazu bei, die kariesfördernden Bakterien im Mundraum Ihres Babys zu bekämpfen. Aber bereits vor dem ersten Zahn können Eltern sich spielerisch mit dem Thema Zahnhygiene beschäftigen. Säubern Sie das Zahnfleisch zum Beispiel mit einem nassen Waschlappen – Ihr Baby wird den leichten Druck auf das Zahnfleisch interessant finden und hat sicher großen Spaß daran, an dem Waschlappen zu saugen und zu knabbern.

„Süßes macht Karies.“

Sobald Sie Ihr Baby aber zufüttern oder wenn Sie bereits ganz auf Breinahrung umgestellt haben, ist es besonders wichtig zu vermeiden, dass sich Plaque-Bakterien im Mund Ihres Babys ansammeln. Denn Plaque-Bakterien sind der Hauptgrund für Karies. In einer Studie zur Zahngesundheit von Babys und Kleinkindern wurde bei fast 14 Prozent der untersuchten Vorschulkinder sogenannte Nuckelflaschenkaries (auch unter Zucker- oder Saugerkaries bekannt) festgestellt. Die Gründe hierfür liegen meist bereits im Babyalter und an dem Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel.

Das Risiko, an Karies zu erkranken, steht danach in direktem Zusammenhang damit, wie häufig Ihr Kind Süßes zu sich nehmen darf. Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer warnt dazu: „Frühkindliche Karies in den ersten Lebensjahren ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Schuld daran ist nicht zuletzt die häufige Gabe von süßen Getränken oder süßen Zwischenmahlzeiten, denn diese verursachen Karies schon an den ersten Zähnchen. Das hat langfristige Folgen: Kinder mit frühkindlicher Karies entwickeln auch im Erwachsenengebiss deutlich häufiger Karies.“. Es lohnt sich also, genau die Herstellerangaben zu den Inhaltsstoffen zu lesen. Denn angeblich gesunde Babykost wie Baby Tee und Babykekse sind in vielen Fällen stark überzuckert.

„Wasser in die Nuckelflasche – sonst nix.“

Schützen Sie Ihr Kind vor übermäßigem Konsum von gesüßtem Tee, süßen Säften oder mit Zucker versetzter Babykost. Selbst Säfte mit 100 Prozent Fruchtsaft befördern durch den darin enthaltenen Fruchtzucker die Anfälligkeit für Karies. Dazu Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Leipzig: „Die Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist prägend und beeinflusst das spätere Ernährungsverhalten eines Menschen. Deshalb ist es wichtig, eine zu starke Süßgewöhnung im Säuglingsalter zu vermeiden. Dem sollte Säuglingsnahrung Rechnung tragen.“  Es lohnt sich, immer die Herstellerangaben und Zutatenliste zu lesen, denn gerade angeblich gesunde Babykost und Säuglingsnahrung sind vielfach stark überzuckert.

Ganz dringend vermeiden sollten Sie, dass Ihr Kind zum Einschlafen (also nach dem Zähneputzen) Süßes zu sich nimmt. Zum Einschlafen sollte immer nur Wasser in der Nuckelflasche sein – nichts Anderes. Wenn dies von Anfang an so gehandhabt wird, ist Ihr Kind daran gewöhnt, braucht und will keine süßen Flüssigkeiten zum Einschlafen und für Sie wird es einfacher, Ihrem Kind dann während des Tages auch mal das eine oder andere – eigentlich zu süße – zu gönnen.

„Zähnputzen ab dem ersten Zahn.“

Sobald sich dann die ersten Zähnchen zeigen (ab einem Alter von 4 bis 6 Monaten), sollten Sie damit beginnen, Ihrem Kind die Zähne zu putzen. Verwenden Sie dafür eine Zahnbürste mit weichen Borsten oder alternativ eine Fingerzahnbürste aus Silikon. Der australische Hersteller Jack n´ Jill hat sich auf baby- bzw. kindgerechte Zahnpflegeprodukte spezialisiert und unterschiedliche Produkte im Angebot. Wichtig ist, dass die Milchzähne Ihres Babys mindestens zweimal täglich geputzt werden.

Und damit das Zähneputzen auch für ältere Kinder zum Kinderspiel wird, haben wir hier einige wirksame und leicht zu befolgende Tipps und Hinweise für Sie zusammengestellt.

Produkt Empfehlungen

VERWENDETE LITERATUR:

Both D., 2003: Stillen und Zahngesundheit. Laktation und Stillen

Erikson P, 1999: Investigation of the role of human milk in caries development. Ped. Dentistry.

Hellwig Prof. Dr. E. et al., 2013: S2k-Leitlinie „Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprophylaxe, AWMF Register-Nr. 083-001 (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. unter Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) nach Auftrag durch das Zentrum Zahnärztliche Qualität (ZZQ) entwickelt.)

Mandel I., 1996: Caries Prevention: Current Strategies, New Directions. JADA, Vol. 127, 1477-88

Nies S. M. et al., 2008: Häufigkeit und ECC-Typisierung der Milchzahnkaries bei Kindergartenkindern, Deutscher Ärzte-Verlag, Köln – Oralprophylaxe & Kinderzahnheilkunde

Und damit das Zähneputzen auch für ältere Kinder zum Kinderspiel wird, haben wir hier einige wirksame und leicht zu befolgende Tipps und Hinweise für Sie zusammengestellt.

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